Der Haushaltsführungsschaden


Der Haushaltsführungsschaden ist ein Anspruch Schadensersatz bei einem Verkehrsunfall. Er wird dann von der gegnerischen Haftpflichtversicherung gezahlt, wenn jemand infolge eines Autounfalls eine Verletzung erleidet und eine Beeinträchtigung bei der Führung des Haushalts vorliegt. Der Haushaltsführungsschaden ist eine Schadensposition, die vielfach vergessen wird.

Voraussetzungen für einen Haushaltsführungsschaden

Voraussetzung ist eine Verletzung des Unfallgeschädigten Durch die unfallbedingten Verletzungen muss eine geminderte oder aufgehobene Fähigkeit vorliegen, durch den die Haushaltstätigkeiten nicht mehr wie vor dem Unfall, ausgeübt werden können. Der hierdurch entstehende Schaden, etwa in Mehraufwendungen, ist der Haushaltsführungsschaden. Er berechnet sich grundsätzlich anhand von zwei verschiedenen Abrechnungswegen.

Konkreter oder fiktiver Haushaltsführungsschaden

Erfolgt nach dem Unfall die Einstellung einer Ersatzkraft, dann muss der Unfallgegner die tatsächlich angefallenen Kosten bezahlen, sofern diese nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Erforderlichkeit des betriebenen Aufwands konkret nachzuprüfen ist. Ein Schaden ist jedoch nur zu ersetzen, wenn die Leistungen nicht ohnehin von Ehepartner und Kindern unentgeltlich zu erbringen sind. Daher muss die haushaltsspezifische Rollenverteilung zwischen den Familienmitgliedern geklärt werden. Selbstverständlich liegt kein Schaden vor, soweit der Verletzte ohnehin keine Leistung erbracht hätte, etwa wenn verletzungsunabhängig Putzhilfen oder Kinderbetreuer eingesetzt werden.

Wird nichts gezahlt, tritt zwar kein Schaden ein. Gleichwohl wird aber nach dem Prinzip des normativen Schadensbegriffs eine fiktive Entschädigung zuerkannt. Hierbei ist der Nettolohn einer fiktiven Hilfskraft erstattungsfähig. Grundlage ist der Vergleich mit den für eine Haushaltshilfe erforderlichen Kosten. Berechnungsgrundlagen sind daher Beeinträchtigungsfaktor (zeitlicher Arbeitsaufwand) und Stundenlohn (Nettolohn). Sodann ist festzustellen, in welchem Umfang der Verletzte im Haushalt vor dem Unfall tätig war. Genau die Zeit, die der Geschädigte aufgrund des Unfalls ausfällt, ist zu ersetzen. Die Berechnung des Haushaltsführungsschadens ergibt sich daher aus einem Vergleich zwischen den Tätigkeiten vor und nach dem Autounfall. Die Berechnung erfolgt in der Gestalt, dass sämtliche Tätigkeiten im Haushalt aufgeführt werden. Dazu gehört das Säubern der Wohnung, des Gebäudes, Reinigen des Badezimmers, Einkaufen sowie weitere Tätigkeiten, die rund um den Haushalt anfallen. In der Regel werden fiktiv zwischen € 7,50 und € 12,00/Stunde zuerkannt.

Der Haushaltsführungsschaden – nicht vergessen!
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